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Aschermittwoch 2020 - Fischrede des stellv. Ortsvorsitzenden Siegfried Ehrnböck

 

Fischessen 3

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Er ist tatsächlich wieder gesichtet worden! Er ist wieder an die Oberfläche gekommen. Der Riemenfisch!

Er lebt normalerweise in 1000m Tiefe. Lange hat man nicht gewusst, dass es ihn überhaupt gibt. In Japan sagt man, er kommt nur an die Oberfläche, wenn ein Seebeben ansteht.

Meine Damen und Herren, ich möchte Sie zum heutigen Fischessen der SPD und zugleich meinem kleinen Fischseminar sehr herzlich begrüßen. Dabei handelt es sich nicht um einen Kochkurs!

Als anerkannter Ichthyologe (hat nichts mit Theologie zu tun, ein Fischkundler) esse ich natürlich keine Fische. Stattdessen erforsche ich ihre Eigenarten und Lebensweisen. Und als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker untersuche ich Zusammenhänge und Parallelen in der Soziologie dieser Spezies und der Kommunalpolitik, gerade zu Wahlkampfzeiten.

 

Wie der Riemenfisch gründeln manche politische Gruppierungen jahrelang unerkannt und unbeachtet in den dunklen Tiefen der Kommunalpolitik. Erst, wenn wieder ein Seebeben in Form der Kommunalwahl droht, werden sie wieder sichtbar und sorgen für Medienrummel.

Zum Beispiel die Freien Wähler. Kurz vor ihrer Nominierungsversammlung stammte der aktuellste Eintrag ihrer Internetseite aus dem Jahr 2014. Was war da? Das letzte Seebeben!

Fischessen 2Das gleiche gilt für alle schwarzen Gruppierungen, von CSU bis Sengenbühl.

Aber jetzt sind alle hyperaktiv. Es wuselt gerade so, in den sogenannten Sozialen Medien. Man wird in Bildern, Videos und Zitaten der Listenkandidaten quasi ertränkt. Man traut sich Facebook gar nicht mehr zu öffnen.

Alle sind jetzt furchtbar interessiert an der Kommunalpolitik. Vor allem die jungen Kandidaten. Bis vor kurzem bewegte sie nur die Frage, wann`s das neue iPhone gibt, oder die neue Staffel auf Netflix.

Die Further SPD war und ist immer im Internet präsent. Wir haben als erste unsere Wahlziele auf unserer Homepage veröffentlicht. Aus dem Fundus haben sich die Freien und zuletzt die Ränkamer dann auch reichlich bedient. So schlecht können unsere Ideen also nicht gewesen sein.

Aber zurück zur Ichthyologie (Fischkunde).

Eine wahre Fundgruppe für den Fischkundler ist das Korallenriff. Hier tummeln sich Fische in allen Farben.

Farbenreichtum nicht nur aus Gründen der Eitelkeit und um Aufmerksamkeit zu erregen. Sondern auch, um andere Fische zu täuschen.

Farbe als Mittel der Tarnung hat nicht nur im Reich der Fische eine große Bedeutung. Es gibt Arten, die geben sich in ihrer Jugendzeit sehr bunt. Ja, plakatbunt.

Später jedoch verlieren sie ihre Farbigkeit, werden meist schwarz und tauchen dann unauffällig im schwarzen Schwarm der älteren Artgenossen unter. Schade eigentlich!

Dieses Phänomen gibt es auch in der Kommunalpolitik. Es gibt keine Junge Liste mehr, mit den vielen jungen Kandidaten mit der vielfältigen Farbgebung. Gestartet sind sie bei der letzten Wahl als (Zitat) „ein parteifreier Zusammenschluss junger Further Erwachsener“.

Die Leitfische von damals sind jetzt bekennende Schwarze. Andere haben sich enttäuscht den Freien angeschlossen, dem Schwarm der farblosen Fische.

Nur die roten Fische behalten ihre Farbe. Wie wir heute wieder sehen, bis ins hohe Alter.

Grün ist nicht nur in der Fischwelt die Trendfarbe geworden. Ich bin sicher, dass es auch im Further Stadtrat demnächst neben den roten auch einen grüner Farbtupfer geben wird. Und damit vielleicht ein neues Lokal, in das die Stadträte nach einer langen Sitzung gehen können. Früher war’s der Stangerl. Jetzt gemma ins Big Mouth.

Ein Korallenriff besteht meist aus einem größeren Hauptriff, das von kleineren Nebenriffen umgeben ist, den sogenannten Umlandriffen. Ihre Bewohner bezeichnet man als Umlandfische.

Soziologisch interessant ist, dass die meisten Umlandfische sich eng an ihr Heimatriff gebunden fühlen. Sie wählen sich Leitfische, meist sind es Schwarzbarsche, die besonders vehement ihr Revier verteidigen.

Die Umlandfische leben in der ständigen Angst, dass ihr Revier im Vergleich zum Hauptriff zu kurz kommen könnte, was die Bewohner das Hauptriffs nur mit Kopfschütteln.. äh .. Flossenwedeln beantworten können. Haben sie sich doch immer höchst fürsorglich um die Umlandriffs gekümmert.

Sie sehen, verehrte Seminarbesucher, die soziologische Vergleichbarkeit mit unserem Riff… äh.. unserer Stadt.Fischessen 1

Wenn man die Ziele der Kandidaten auf den Umlandlisten und ihre Beweggründe zur Kandidatur verfolgt, dann liest man oft nur: „Damit xxx stark im Stadtrat vertreten ist.“ Mehr braucht´s scheinbar nicht! Xxx kann ersetzt werden durch Ränkam, Sengenbühl, Lixenried, Schafberg, Daberg, Dieberg … und Grabitz!

Sie haben richtig gehört! Laut CWG gehört auch Grabitz zum Umland. Martin Schneider, ihr Spitzenkandidat und Grabitzer hat in einem Facebook-Eintrag tatsächlich alle Grabitzer aufgerufen nur Grabitzer zu wählen, für ein starkes Umland und weil die Umlandbewohner zusammenhalten und im Stadtrat Stärke zeigen müssen.

Das hat mich auf die Idee gebracht, zur nächsten Wahl eine Liste CFWES „Christlich Freie Wählergemeinschaft Eschlkamer Siedlung“ zu gründen. Gleiches empfehle ich den Bewohnern der Wutzmühle, der ehemaligen Froschau oder des Stadtplatzes mit umgebenden Gassen.

Denn alles außerhalb des Rathauses ist „Umland“! Wo soll das nur hinführen?!

Apropos Rathaus. Ähnlich wie ein Bürgermeister thront auch im Korallenriff ein Herrscher. Es ist der mächtige Zackenbarsch. Das Haupt- und alle Umlandriffe gehören zu seinem Revier. Auch er gehört zur großen Familie der Schwarzbarsche und ist auch das Oberhaupt dieser Sippe.

Unangefochten kann er jedoch nicht herrschen. Die roten Fische und vor allem der Chef der Familie der farblosen Fische machen ihm regelmäßig das Leben schwer.

Vor allem wenn es wie jetzt wieder zu einem Seebeben kommt, wenn der Riemenfisch wieder aufsteigt, dann kommt es regelmäßig zu Revierkämpfen.

Der Chef der Farblosen attackiert den Zackenbarsch heftig, der reagiert beleidigt und meint, dass ihm dabei ein Zacken aus der Krone .. äh .. aus den Rückenflossen fällt.

Der farblose Angreifer wirft dem Zackenbarsch Untätigkeit, Führungsschwäche und herbe Versäumnisse vor und dass dadurch das Korallenriff arg in Mitleidenschaft gezogen wurde und in einem erbärmlichen Zustand ist.

Die Rifffische, die ihn beim letzten Seebeben wegen seines Wahlspruchs „Aus Liebe zum Riff“ zu ihrem Herrscher gewählt hatten, geben ihm dabei teilweise Recht.

Völlig unerwartet ist aus dem Riff noch ein weiterer Angreifer aufgetaucht, der ebenfalls Ansprüche erhebt. Er ist nicht sonderlich groß, kann sich aber zu eindrucksvoller Größe aufplustern, wie ein Kugelfisch.

Der Kugelfisch ist ein wahrer Baumeister im Riff. Viele Fische im Riff mögen ihn deshalb. Zumindest diejenigen, denen er eine Wohnhöhle gebaut hat. Die werden ihn wohl zum Herrscher haben wollen.

Der Ausgang solcher Revierkämpfe ist meist offen. Die Geschlagenen ziehen sich dann zurück in die Tiefen des Meeres, schmieden Pläne und neue Strategien, bis es zum nächsten Seebeben, dem Aufstieg des Riemenfisches und zum nächsten Revierkampf kommt.

Liebe Seminaristen, Sie haben es sicherlich auch schon gehört. Die Fischbestände schrumpfen weltweit. Auch in unserem Riff findet man vor allem immer weniger Fische, die sich für ihren Lebensraum engagieren wollen. Die meisten Riffbewohner wollen lieber das beschauliche Leben im Riff genießen, ein Bisserl herumschwimmen, dumm daherblubbern und die Leitfische nachdrücklich zu mehr Einsatz antreiben, wenn mal was nicht passt in ihrer Umgebung.

Auch in der Kommunalpolitik ist das Geschrei, was es natürlich am Riff nicht gibt, immer groß, wenn etwas nicht so passt. Ansonsten gilt die Devise: „Ned g‘schimpft is g‘lobt g’nua.“

Und so tobt der Kampf um die wenigen willigen Listenbewerber immer härter zwischen den Parteien. Natürlich sagen alle Listenführer, dass es ein Kinderspiel war, die Liste zu füllen. Tja, solange man über eine große Familie verfügt…

Im Ernst: Ich habe großen Respekt vor allen Kandidaten, die auf den Listen stehen. Oft auch mit mehr oder weniger sanftem Druck überzeugt und dazu bewegt.

Schau mer mal, was diesmal bei der Wahl herauskommt. Sicher auch die eine oder andere Überraschung. Aber das ist ja auch das Schöne und Spannende daran …

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